Tarotkarten
Früher wiesen die Tarot karten eine sehr breit gefächerte Struktur auf, ab dem 16. Jh. allerdings kristallisierte sich das noch heute gängige Tarot karten ? Spiel heraus, dieses besteht aus 78 Karten. In der ursprünglichen Form sind sie heute noch unter dem Namen: ?Marseille Tarot? zu erhalten. Bis zur letzten Jahrhundertwende haben sich nur zwei Varianten durchgesetzt: Der ?Etteilla Tarot?, dies wurde von dem Magier Alliette geschaffen und der ?Oswald Wirth Tarot?, ein Tarot von eher bescheidener Popularität.
Der Herr Rider, der Verleger des Rider Waite Tarot, deshalb nach ihm benannt, setzt die Schaffenskraft von Arthur Edward Waite (1847-1942) in die Popularität um. Edward Waite ist ein gebürtiger Amerikaner, der in England lebte und dort Mitglied und zeitweise Leiter eines der einflussreichsten Orden war, des ?Ordens der goldenen Morgenröte?. Mit seinem außerordentlichen Wissen schuf er zusammen mit der Künstlerin Pamela Colman Smith, einer aus Jamaica stammenden Amerikanerin, neue Karten. Diese Tarot karten die 1908 erschienen, unterscheiden sich von den Vorhergehenden. Hier werden drei Kelche oder 8 Kelche abgebildet, als auch 3 Schwerter oder 8 Schwerter usw. Bekannt wurden diese Tarot Karten unter dem Namen Rider Waite Tarot.
In den 40er Jahren entstand das Tarot, von Aleister Crowley (1875-1947) der in der Bekanntheit heute an zweiter Stelle steht. Gemalt wurden die Karten von der Künstlerin Lady Frieda Harris (1877-1962). Sie erschienen 1944 unter dem Namen ?Das Buch Thoth?, womit Crowley den Namen aufgriff, den schon gut 150 Jahre zuvor Alliette gebrauchte. In den 70er setzte dann der Boom ein, der Tarot in einem noch nie da gewesenen Maße bekannt machte. Zugleich entstanden überall neue Karten, so dass es sicherlich heute mehr als 500 Tarotdecks gibt. Aus dieser Fülle sind allerdings nur wenige erwähnenswert. Darunter zwei die von bekannten Künstlern geschaffen wurden. Das Haindl Tarot und das von Salvatore Dali (der aus unserem Jahrhundert stammende). Beide Künstler treten damit in ehrwürdige Spuren.
Crowley veranschaulichte seine Bilder abstrakt, er brachte in den Karten eine vielschichtige Symbolik zur Geltung, die Welt der Magie, der Astrologie, der Alchemie, der Kabbala, den Überlieferungen mediterraner Kulturen und keltischer Völker, insbesondere aber auch eine geheime Mythologie des alten Ägyptens. Dadurch bekamen seine Karten eine große Faszinationskraft, für den Laien allerdings kaum verständlich. Die von Arthur Waite eingeführten Illustrationen der Kleinen Arkana übernahm Crowley nicht. Er verwarf das Werk Waites sowieso und verspottete es auch zu genüge. Stattdessen brachte er jede Karte in engen Zusammenhang mit einer astrologischen Konstellation. Für große Verwirrung sorgten seine drei Magier (80 Karten). Er spricht hier von dem weißen, den schwarzen und den, der die Polarität in sich vereinigt. Lady Frida Harris hatte seinerzeit drei Entwürfe für die Karte des Magiers gemalt, von denen Crowley jedoch nur einen Magier akzeptierte.
Die esoterische Betrachtung verdanken wir Harald Schulze-Theiler aus Münster, der sich in seinem Buch ?Judas und sein Sohn Ger? in tiefgründiger Weise mit esoterischer Symbolik befasst und dabei eindrucksvoll auf das Vorhandensein von zwei unsichtbaren Tarot ? Karten schließt. Herr Theiler behauptet allerdings, dass einzig richtige Tarot, sei das Tarot von Rider Waite.
Crowley gab das Inventar und Frida Harris komponierte es zu einem Gesamtkunstwerk. Sie arbeiteten harmonisch miteinander zusammen, in einer Art der Kunst und Muße, wie man sie heute kaum noch anzutreffen vermag.