Kipperkarten
Wie bei den Kipperkarten erfreut sich das Kartenlegen zunehmender Beliebtheit. Neben den Zigeunerkarten und den Lenormandkarten gehören die Kipperkarten zu den Favoriten unter den Wahrsagekarten. Gegenwärtig erfahren diese eine große Nachfrage, die durch die verschiedenen TV ? Wahrsagesendungen verstärkt werden. Der Erfolg dieser Karten basiert auf der Einfachheit der Darstellung und der Klarheit der Symbolik. Ihre Bilder und Symbole sind besonders aussagekräftig. Nicht nur Anfänger(-innen) spüren deshalb eine sehr große Anziehung zu den Kipper ? Karten. Es geht um Entscheidungen für das Jetzt und Zukunftsprognosen. Das Hoffen und das Bangen, aber auch das Untersuchen und Klären einer jeweiligen Situation.
Es hat sich herumgesprochen, dass man das Kartenlegen nicht zu verbissen sehen darf. Vor jeder Form von Schicksalsgläubigkeit sei hier von vorneherein gewarnt. Aber auch vor den Experten die mit ihrem Halbwissen glänzen, sollte eine Warnung ausgesprochen werden.
Die Kipperkarten sind Symbol ? und Wahrsagekarten die nach Susanne Kipper benannt wurden. Sie soll die Karten um 1873 entworfen haben. Ein Kipper ? Deck besteht aus 36 nummerierten Karten, auf denen jeweils eine Person oder ein Ereignis abgebildet ist. Typisch für die Kipper ? Karten ist die Darstellung von Menschen aus dem Umfeld des Fragestellers, bzw. von Charaktereigenschaften und Situationen, in denen er sich selbst wiedererkennen kann. Auch wenn die Bilder sehr markant wirken, kann doch fast jede Karte mehrdeutige Antworten und vielschichtige Erklärungen liefern.
Woher kommen die Kipperkarten? Wann sind sie entstanden? Wie alt sind sie? Insgesamt ist recht wenig an zuverlässigen Informationen vorhanden. Nach Anne L. Biwer wurden die Karten von einer Frau der Susanne Kipper etwa im Jahr 1873 entworfen. Frau Kipper stammte ursprünglich aus Berlin, lebte aber zeitweise in München, wo sie auch die Karten entwarf. Die Illustrationen sprechen tatsächlich dafür, dass die Karten in dieser Zeit entstanden sind. Man sagt dass, Frau Kipper, bei dem Malen der Karten von der Umgebung Münchens inspiriert wurde. Auf den Karten sind die Alpen sowie die Zwiebeltürme bayerischer Kirchen zu sehen.
Der Münchner Schreibwarenhändler Matthias Seidlein soll sich um die Publikation der Karten gekümmert haben. Nach Angaben von Frau Biwer erschien um 1890 eine weitere Auflage mit Anleitungsheft (Karten der berühmten Wahrsagerin Frau Kipper). 1900 und 1910 kam es zu Neuauflagen des Kartendecks durch M. Seidlein, die Karten trugen die Aufschrift: Gekennzeichnet und herausgegeben von F. Kipper. Ungefähr 1920 gingen die Kipper- Karten in den Besitz der Firma F.X. Schmid über ? hier soll etwas Merkwürdiges geschehen sein: Von diesem Zeitpunkt an erschienen die Karten, vermutlich aus technischen Gründen, seitenverkehrt gedruckt. Angeblich arbeiten wir also heute mit den Spiegelbildern der Original ? Karten, was aber der Beliebtheit und dem Interesse an diesen Karten keinen Abbruch tut. Um das Jahr 2000 wurde die Firma F.X. ? Schmid von der Spielkartenfabrik Altenburg übernommen. Seitdem erscheinen dort die Original ? Karten von Susanne Kipper.
Die Beschäftigung mit den Karten kann uns Anreiz sein, darüber nachzudenken, dass alle Geschehnisse, alle Eindrücke und Wahrnehmungen, die wir im Laufe des Tages machen, eine symbolische Bedeutung besitzen oder besitzen können, so wäre die betreffende Szene, die betreffende Erfahrung Teil eines Traums wäre. Der Vorteil der Karten besteht darin, Alltagsszenen in ihrer Doppelbedeutung verstehbar zu machen.